Samstag, 02.06.

  • 12.00 Uhr
    HBF Heidelberg (Kundgebung ist in Sinsheim)

    KUNDGEBUNG und Aktionen gegen die rassistische Asylpolitik in Sinsheim

    Aktionen gegen die rassistische Asylpolitik in Sinsheim

    Brecht die Isolation von Flüchtlingen und unterstützt den politischen Widerstand gegen das rassistische Lagerregime in Deutschland!

    Am 2. Juni 2012 wollen wir, ein Bündnis antirassistischer Gruppen aus Ba-Wü, mit den Flüchtlingen des Isolations-Lagers Sinsheim und Flüchtlingsaktivisten von THE VOICE unseren Protest und unsere Forderungen in die Öffentlichkeit bringen.

    Deswegen treffen wir uns um 12 Uhr am HBF Heidelberg, um gemeinsam nach Sinsheim zu fahren und über die unmenschlichen Bedingungen, denen Flüchtlinge in Deutschland unterworfen sind, aufzuklären.

    Die rassistische Behandlung von Asylbewerber_innen durch deutsche Gesetze sowie ausführende Ämter findet überall statt. Diese strukturelle Demütigung wird von der Mehrheit der Bevölkerung, wenn überhaupt wahrgenommen, billigend toleriert oder erfährt offenen Zuspruch. In Anlehnung an die „Break Isolation Kampagne“ zielt auch diese Aktion darauf ab, sowohl die Flüchtlinge als auch die Bürger dieses Landes näher zusammenzubringen, damit solidarische Strukturen für die Überwindung unserer gemeinsamen Probleme und eine gemeinsame Perspektive entstehen.

    Menschen, die in diesem Land Zuflucht suchen, werden systematisch ausgegrenzt, diskriminiert und psychisch krank gemacht.

    Unser Protest richtet sich gegen die strukturelle Gewalt, welcher die Menschen in Flüchtlingslagern ausgesetzt sind, gegen die rassistischen Gesetze in diesem Land - also gegen die Residenzpflicht und Essenspakte, gegen jahrelanges Warten beim Asylverfahren und gegen menschenverachtende Unterbringung in Sammellagern!

    Wir fordern das Bleiberecht für alle ein! Und wir fordern die Abschaffung von Lagern und von unmenschlichen Lebensbedingungen von Asylbewerber/innen!

    Kommt zahlreich, um den Kampf gegen diese rassistische Behandlung von Asylbewerber_innen durch deutsche Gesetze zu stärken!

    Weitere Infos: www.aufgetaucht.blogsport.de

  • 20.00 Uhr
    [M]Deutsch-Amerikanisches Institut, Sophienstr. 12

    Podiumsdiskussion: "Nazimorde. Welche Konsequenzen müssen gezogen werden?"

Sonntag, 03.06.

Dienstag, 05.06.

  • 16.00 Uhr
    Institut für Bildungswissenschaft, Seminarraum -124

    Ernst Krieck und die NS-Pädagogik - ein dunkles Kapitel Heidelberger Pädagogik

    Vortrag von Prof. Dr. Benjamin Ortmeyer (Uni Frankfurt).

    Ernst Krieck hatte von 1934-45 einen Lehrstuhl für Philosophie und Pädagogik an der Universität Heidelberg. Als einer der führenden Vertreter einer nationalsozialistischen Erziehungswissenschaft hat er eine Pädagogik vertreten, die sich dem NS-Regime unmittelbar in den Dienst gestellt hat. Anhand einiger Auszüge aus seinen Schriften wollen wir in einem gemeinsamen Workshop einen kritischen Blick auf ein dunkles Kapitel Heidelberger Pädagogik werfen und kritisch aufarbeiten. Interessierte sind hierzu herzlich eingeladen. Textauszüge werden bei der Veranstaltung bzw. auf Nachfrage zur Verfügung gestellt. Die Veranstaltung findet statt im Seminarraum -124 des Instituts für Bildungswissenschaft (Akademiestraße 3).

  • 19.00 Uhr
    Neue Uni, Hörsaal 4

    Argumente gegen das Deutschlandlied - Vortrag von Prof. Dr. Benjamin Ortmeyer

    Wohin man in Zeiten mancher Fußballfeierlichkeit auch schaut, überall wimmelt es von schwarz-rot-goldenen Utensilien. Von halbironischen Pickelhauben, deutschlandfarbenen Kettchen bis hin zum klassischen Autofähnchen reicht die Palette der Möglichkeiten sich offensiv zu dieser Nation und ihren besten Jungs zu bekennen. Wie unlocker dieser "entspannte deutsche Nationalismus" auf Kritik reagiert, durfte der Frankfurter Erziehungswissenschaftler Benjamin Ortmeyer am eigenen Leibe erfahren. Seine zur WM 2006 neuaufgelegte Broschüre "Argumente gegen das Deutschlandlied" führte zu Beschimpfungen als "Miesmacher" und "Ewiggestriger" durch Politiker*innen und Zeitungen aller Couleur. Doch Nationalismus gibt es nicht nur zur WM oder EM. Auch sonst herrscht allgemein der Glaube vor: Was gut für die Nation ist, ist auch gut für alle. Folgerichtig muss dann eben der Gürtel für den Standort enger geschnallt werden, denn wir sollen ja schließlich nicht enden wie die "Pleite-Griechen". Doch was ist eigentlich der deutsche Nationalismus, in welcher Tradition steht er und welche Argumente sprechen gegen das "Deutschlandlied"?

    Weitere Infos unter: http://www.fsk.uni-heidelberg.de/fileadmin/Dokumente/GEW/Plakat_Argumente_gegen_Deutschlandlied.pdf

  • 20.00 Uhr
    Malecón, Mittelbadgasse 3

    "Kuba und die japanische Studentenbewegung" mit Till Knaudt

    Ende der 1960er Jahre waren in Japan, genauso wie in Europa und den Amerikas, die Studenten auf der Straße. Auch in Japan richtete sich der Protest dieser Studenten gegen die Entstehung von Massenuniversitäten in der Wachstumsgesellschaft und gegen die kulturelle Angepasstheit ihrer Elterngeneration. Aber die Studentenrevolte war auch eine politische, die durch kommunistische Utopien und Praktiken geprägt war. Ein Anziehungspunkt für die Studenten waren postkoloniale Befreiungsbewegungen, die sich seit dem Zweiten Weltkrieg vermehrt gegen die ehemaligen imperialistischen Großmächte durchsetzen und eigene Nationen gründen konnten. Besonders die Theorien und Praktiken der Revolution auf Kuba hatten in Japan einen großen Einfluss auf den Wandel der Studentenbewegung. Einige Gruppen beschlossen, die Prinzipien des Guerrilla-Kriegs auf die japanischen Städte zu übertragen. Eine Gruppe namens "Bund der Kommunisten: Rote Armee - Faktion" (Ky'sand' Sekigun-ha) in Japan hoffte, aus der Entlehnung und Anpassung des kubanischen Vorbildes einen revolutionären ?Aufstand? provozieren zu können. Die Sondierung des Aufbaus einer ?Revolutionsbasis? zwischen Ende 1969 und Anfang 1970 auf Kuba scheiterte jedoch, auch der erhoffte Aufstand der Stadtbevölkerung Japans blieb aus.

    Im Vortrag wird anhand von historischen Quellen und Reiseberichten der japanischen Studenten auf die bisher kaum beachtete ?Kuba-Connection? der japanischen Studentenbewegung eingegangen.

    Till Knaudt ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Japanologie der Universität Heidelberg und promoviert zum Thema "Studentenbewegung, Antiimperialismus und Terrorismus in Japan, 1968-1974".

Donnerstag, 07.06.

  • 21.00 Uhr
    [M]Malecón, Mittelbadgasse 3

    Konzert: Klaus der Geiger und Saloschi

    ... nachdem Saschi alias Salossi bereits im April in HD gastierte, kommt er nun in seiner ursprünglichen Besetzung mit Klaus dem Geiger zurück! Und zwar am Donnerstag, den 7. Juni im Malecón in der HDer Altstadt (Mittelbadgasse 3).

    Seit nun bereits 15 Jahren sind sie ein Team und gelten in Insiderkreisen als "die schönste Boygroup von Köln"... Gemeinsam haben die beiden geschätzte 1000 Konzerte gespielt und waren nebenbei in Bosnien, Weissrussland, der Schweiz sowie einigen anderen Ländern auf Tour.

    Egal ob amerikanische Kriegstreiber zu Besuch sind, Castortransporte durchs Land trollern oder mafiöse Gentechnik-Konzerne das Land mit ihrem Wahnsinn verseuchen: Immer dann wenn ihnen etwas nicht paßt, stehen die beiden Überzeugungstäter auf der Matte und machen Rabbatz. Subversive Lieder, nicht nur gegen den altäglichen Wahnsinn... Sondern auch für die Liebe, das Leben und die Lust!!

    Klaus wurde im Juli 2011 auch noch zum "Folk-Ritter" geschlagen: Auf dem TFF in Rudolstadt wurde ihm die Ruth für sein Lebenswerk verliehen. Er ist somit Träger des wichtigsten deutschen Folkmusik-Preises.

Sonntag, 10.06.

  • 18.00 Uhr
    [M]Zentrales Fachschaften-Büro, Albert-Ueberle-Straße 3-5

    Treffen Systemakkreditierung

    FSK-Lehre-Treffen Juni Schwerpunkt: Entwurf einer studentischen Stellungnahme zum Qualitätssicherungssystem der Uni HD

  • 19.00 Uhr
    Romanischer Keller, Seminarstr.3,/Ecke Kettengasse

    Dokutheater "Asylmonologe" der Bühne für Menschenrechte, mit anschließender Informationsmöglichkeit über lokale Flüchtlingsinitiativen

    Die Asyl-Monologe erzählen von Ali aus Togo, von Freunden liebevoll "Präsident" genannt, Felleke aus Äthiopien, der erst willensstark Abschiebeversuche verhindern muss, um dann einen Menschenrechtspreis überreicht zu bekommen, und Safiye, die nach Jahren der Haft in der Türkei und einer absurden Asylablehnung sich für das Lebensbejahenste überhaupt entscheidet: sie schenkt einem Sohn und einer Tochter das Leben. Theater trifft auf wahres Leben, denn die Asyl-Monologe beruhen auf dem Konzept des Dokumentarischen Theaters: Wortgetreue Texte, die auf Interviews beruhen, verleihen den Stimmen sonst ungehörter Menschen Gehör. Professionelle SchauspielerInnen bieten die Monologe dar und sprechen damit das Publikum direkt an - sie berühren und aktivieren. Die Asyl-Monologe wurden vom Wettbewerb "Aktiv für Demokratie und Toleranz 2011" der "Bundeszentrale für politische Bildung" als "vorbildlich" ausgezeichnet.

    Nach dem Theaterstück gibt es die Möglichkeit zu Information und Gespräch mit Engagierten aus lokalen Flüchtlingsinitiativen. Anwesend sein werden VertreterInnen von:

    Aufgetaucht! – Initiative gegen die Illegalisierung von Migrant_innen www.aufgetaucht.blogsport.de AGA Mannheim – AG Abschiebehaft www.ag-abschiebehaft.de Asyl AK Heidelberg www.asyl-heidelberg.de MediNetz-Rhein-Neckar e.V. http://www.medinetz-rhein-neckar.de/

  • 20.30 Uhr
    [M]Cafe Gegendruck, Fischergasse 2

    Mobilisierungsveranstaltung: "Das WAR STARTS HERE-Camp gegen das Gefechtsübungszentrum in der Altmark"

    Auf dem GÜZ, einem 233 qkm großen Gelände zwischen Magdeburg und Salzwedel üben alle Bundeswehr- und KFor-Einheiten, die nach einem 14-tägigen Training direkt zu Auslandseinsätzen nach Afghanistan oder in den Kosovo geschickt werden. Terrorismusbekämpfung, Riot-Control und Boden-Gefechtsübungen werden in nachgebauten Dörfern mit nachgestellten Szenen und Schauspielern simuliert und trainiert. In diesem Jahr soll mit dem Ausbau einer Übungsstadt begonnen werden, die mit ca. 500 Häusern, Slums, Industriegebieten, U-Bahn-Tunneln etc. der optimalen Vorbereitung auf die urbane Aufstandsbekämpfung dient. Die militärische Begründung dazu: Konflikte werden sich zukünftig in Städten abspielen. Das GÜZ steht als private Dienstleistung von Rheinmetall und Co. auch den gesamten NATO-Staaten und European Gendarmerie Forces zur Verfügung.

    Am GÜZ manifestieren sich für uns die zukünftigen neo-kolonialen Strategien der NATO für neue Rohstoff- und Nahrungsmittelabsicherung für den Norden, Angriffskriege, Bekämpfung von Unruhen, Aufständen und Migrationen als Folge von Armut, Klimakatastrophen etc. ebenso wie die vernetzte Sicherheit und die zivil-militärische Zusammen-arbeit. Wir wollen auf diesem Camp Aktivist_innen aus verschiedenen Strömungen und Ländern zusammenbringen, denn wir brauchen ein gemeinsames Verständnis der aktuellen Situation der zunehmenden Militarisierung der Gesellschaften. Um tatsächlich effektiven Widerstand im, gegen und über den Krieg hinaus aufzubauen, gilt es in Wort und Tat zu begreifen, womit wir es bei den "neuen" Kriegen zu tun haben. Wie breitet sich die Logik des Krieges derzeit aus, wer arbeitet daran auf welchen Ebenen und mit welchen Zielen? Klar ist: hinter den Kulissen wird daran gearbeitet und zwar fieberhaft. An diesem Abend werden wir über das GÜZ informieren, laufende Diskussionen vorstellen und möchten die Mobilisierung vorantreiben.

Montag, 11.06.

  • 19.00 Uhr
    im Marstall (auf der Empore über dem Buffet)

    Offene Redaktionssitzunge un!mut

Dienstag, 12.06.

  • 19.00 Uhr
    Klub-k, Karlstorbahnhof

    Dokumentarfilm "Residenzpflicht" mit anschl. Diskussion, im Rahmen des festivals contre le racisme

    In den letzten 10 Jahren kämpften Gruppen von Flüchtlingen gegen die Residenzpflicht und fordern deren Abschaffung. Sie protestieren gegen die Isolation in welcher sie gezwungen sind zu leben und fordern ihr Menschenrecht auf Bewegungsfreiheit. Der Film zeigt den Einfluss der Agentur Frontex und ihren ausgeklügelten Kontrollapparat an den Außengrenzen von Europa, die deutsche Sortierung und Verteilung von Flüchtlingen in Asylbewerberunterkünften, das koloniale Erbe und den Alltagsrassismus. Im Anschluss an den Film wird es die Möglichkeit zur Diskussion geben sowie Informationen zur aktuellen Lagersituation im Rhein-Neckar-Kreis.

    veranstaltet von: Aufgetaucht! - Initiative gegen die Illegalisierung von Migrant_innen

    aufgetaucht.blogsport.de

Mittwoch, 13.06.

  • 19.30 Uhr
    Volkshochschule Heidelberg, Bergheimer Str. 76

    "Alternativen des Wirtschaftens: Widerstände und Möglichkeiten." Vortrag von Dr. Yasemin Niephaus **** Fällt aus!

    Fällt aus, leider.

Donnerstag, 14.06.

  • 16.00 Uhr
    Café da lang, Institut für Bildungswissenschaft

    Lehramtscafé: Examen überleben und erleben

    Du fragst Dich, wie Du den ganzen Berg bewältigen sollst? Hast Panik oder keine Lust sie zu bekommen? Jedenfalls nicht so, dass sie Dich lähmt? Ein Examensveteran verrät, was ihm dabei geholfen hat, das Examen zu bestehen und dabei auch noch Spaß zu haben. Bringt Eure Ängste mit und lasst sie hier, zumindest einen Teil...

Samstag, 16.06.

  • 20.00 Uhr
    [M]Villa Nachttanz, Wieblinger Weg

    Amnesty International Soliparty

    Tanzen statt schießen! Die diesjährige Soliparty der Amnesty International Hochschulgruppe findet im Rahmen der Kampagne für einen starken internationalen Waffenkontrollvertrag (Arms Trade Treaty, ATT) statt. Es wird 2 Livekonzerte und eine anschließende Party mit den Villa-DJs geben! Die AI-Hochschulgruppe wird über den Waffenhandel und den ATT informieren. Kommt vorbei, tanzt, feiert und engagiert euch für einen starken ATT!

Montag, 18.06.

Dienstag, 19.06.

  • 18.00 Uhr
    Neue Uni, Hörsaal 2

    Lehrer im Ausland - Chancen und Perspektiven

    Im Auslandsschulwesen können Absolventinnen und Absolventen tätig werden, die nach dem Lehramtsstudium das Referendariat abgeschlossen oder einen Magisterabschluss im Fach Deutsch als Fremdsprache haben. Es werden ständig Lehrkräfte für alle Unterrichtsfächer gesucht. Großen Bedarf gibt es für die Sekundarstufe II mit den Fächern Deutsch und /oder moderne Fremdsprache sowie Geschichte, Geografie und Musik. Aber auch Lehrkräfte mit dem Fach Mathematik und/oder Naturwissenschaften/ Informatik haben derzeit sehr gute Chancen an eine Auslandsschule vermittelt zu werden. Veranstaltung des Arbeitsamtes.

Mittwoch, 20.06.

  • 18.15 Uhr
    Hörsaal 005, Institut für Bildungswissenschaft, Akademiestraße 3, 69117 Heidelberg

    Silvio Peritore: Geteilte Verantwortung? Die "Lehren aus Auschwitz" und die Situation der Sinti und Roma heute (Vortrag)

    Im Verlauf des Holocausts wurden schätzungsweise bis zu einer halben Million Sinti und Roma im nationalsozialistisch besetzten Europa aus den gleichen rassenpolitischen Motiven und mit den selben Methoden bzw. dem identischen Täterapparat wie die Juden ermordet. Während der Holocaust an den Juden in das breite öffentliche Bewusstsein gerückt ist und die deutsche Politik und Gesellschaft - zumindest in ihren Absichtserklärungen - zurecht eine daraus resultierende historische Verantwortung für die Juden und den Staat Israel ableitet, ist diese Form der Verantwortung - die Lehren aus Auschwitz - im Falle der heute in Europa lebenden ca. zehn Millionen Sinti und Roma nicht oder nur bedingt erkennbar. Ebenso werden Sinti und Roma entgegen der Tatsachen kaum als Staatsbürger ihrer jeweiligen Heimatländer betrachtet und behandelt.

  • 19.30 Uhr
    [M]Volkshochschule, Bergheimer Str. 76

    "Medien und Krieg -- Wie Interventionen vorbereitet werden" mit Sabine Schiffer

    Der Friedensforscher Reinhard Mutz schrieb im Juni 2011 zur militärischen Intervention in Libyen: "Was das Land, das sich auch in seinem Verzicht auf die Entwicklung eigener Massenvernichtungswaffen als kooperativ erwiesen hat, in den politischen Kanzleien wie in der öffentlichen Meinung des Westens binnen Tagen zum Schurkenstaat degradierte, bleibt ein noch aufzudeckendes Geheimnis." Blätter für deutsche und internationale Politik 6/2011

    In der Tat erwiesen sich die meisten Vorwürfe, mit denen der Krieg gerechtfertigt wurde, wenig später als haltlos - wie so oft.

    Die Bevölkerung ist überwiegend gegen militärische Interventionen. Um Akzeptanz zu schaffen, müssen daher nicht nur gute, z.B. "humanitäre" Gründe vorgebracht, sondern auch emotional Stimmung gegen die jeweiligen Gegner gemacht werden. Prominentes Beispiel dafür ist die Geschichte von den barbarischen irakischen Soldaten, die Babys aus Brutkästen gerissen und an die Wand geschleudert hätten, mit der die PR-Agentur Hill & Knowlton die öffentliche Zustimmung zum Krieg gegen den Irak 1991 schuf.

    Dies wiederholte sich, wenn auch subtiler, vor dem Krieg der NATO gegen Jugoslawien. Ein Dokumentarfilm des ARD-Magazins "Monitor" berichtete 2001 darüber unter dem Titel "Es begann mit einer Lüge". Eine wesentliche Rolle spielen dabei die Medien, ohne deren breite Mitwirkung es nicht möglich ist, Zustimmung für einen Krieg zu erzeugen.

    Die Medienwissenschaftlerin Sabine Schiffer wird dem von Reinhard Mutz erwähnten Geheimnis nachgehen und typische Methoden vorstellen, mit denen immer wieder Stimmung für eine Intervention geschaffen wird sowie auch einige einschlägige PR-Agenturen.

    Dr. Sabine Schiffer ist Sprachwissenschaftlerin, Leiterin des Instituts für Medienverantwortung Erlangen

    Veranstalter:
    Heidelberger Forum gegen Militarismus u. Krieg, Heidelberger Friedensratschlag und Palästina/Nahost-Initiative HD in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Heidelberg und unterstützt von VVN-BdA HD und Freidenker-Verband HD.

Mittwoch, 27.06.

  • 18.15 Uhr
    Institut für Bildungswissenschaft, Hörsaal 005, Akademiestraße 3, 69117 Heidelberg

    Astrid Messerschmidt: Erinnerungsbildung zwischen Differenz und Ungleichheit: Perspektiven auf Migration & Geschlecht (Vortrag)

    Vier Generationen nach dem Holocaust haben sich vielfältige Geschichtsbeziehungen in den pluralen Gesellschaften von Deutschland und Europa ergeben. Wie lässt sich die Bildungsarbeit zur Erinnerung und Aufarbeitung der NS-Geschichte darauf ein und unter welchen Voraussetzungen können multiperspektivische Ansätze zu einer differenzierenden Wahrnehmung beitragen? Der Vortrag stellt Zugänge zur Auseinandersetzung mit den NS-Verbrechen in migrationsgesellschaftlichen Verhältnissen vor und diskutiert geschlechterreflektierende Ansätze in der Gedenkstättenarbeit. Wie kann der Raum für Differenzen offen gehalten werden, ohne Ungleichheiten zu reproduzieren?

Donnerstag, 28.06.

  • 16.00 Uhr
    Café da lang, Institut für Bildungswissenschaft

    Lehramtscafé: Unterrichten an einer beruflichen Schule - Bericht von Jutta Bäuchle

    Jutta Bäuchle studierte an der Uni Heidelberg Gymnasiallehramt mit den Fächern Deutsch und Geographie. Nach dem Referendariat an einer beruflichen Schule entschied sie sich auch als Studienrätin dort zu arbeiten. Sie berichtet über ihren Werdegang und aus ihrem Schulalltag. Für Fragen insbesondere bzgl. der Berufsschule steht sie gerne zur Verfügung. Veranstaltung des Lehramtscafés.

Sonntag, 01.07.