Demo zum Tag der Befreiung

aihd  antifa  demo 

Samstag, 09.05.2020
14.00 Uhr
Auftakt: Stadtbücherei Heidelberg

Demo "8. Mai: Tag der Befreiung - Kampftag gegen den Faschismus!"

Am 8. Mai jährt sich zum 75. Mal der endgültige militärische Sieg über den Nazifaschismus. In den meisten Ländern ist das seit Jahrzehnten ein Grund zum Feiern. In Frankreich, den Niederlanden, Tschechien, der Slowakei, Russland und vielen anderen Ländern wird der Sieg über Nazideutschland als gesetzlicher Feiertag begangen.

Nur in Deutschland wehren sich Konservative und Rechte beharrlich dagegen, den 8. Mai 1945 als das zu begehen, was er ist: Als Tag, an dem die Zerstörung jeder menschlichen Zivilisation, die diesen Namen verdient, noch einmal abgewendet wurde. Die Niederlage Nazideutschlands sei – so die VerteidigerInnen der deutschen Trauerkultur in grotesker Täter-Opfer-Umkehr – zunächst einmal der Tag der Niederlage ganz Deutschlands und damit ein „Tag der Trauer“.

Wir dagegen beharren darauf, dass die militärische Zerschlagung des Nationalsozialismus für die gesamte Menschheit selbstverständlich einen Freudentag der Befreiung darstellt. Mit dem Opfer von vielen Millionen Toten haben vor allem SowjetbürgerInnen, aber AmerikanerInnen, Französinnen und Franzosen, BritInnen und Angehörige anderer Nationen den bereits kurz bevorstehenden totalen Sieg der Nazibarbarei gestoppt. Wer sich weigert, diesen Sieg der gesamten Menschheit als Befreiung zu sehen, spuckt denen, die von den Nazis bestialisch ermordet wurden, ein weiteres Mal ins Gesicht.

Der Schwur, den die Häftlinge von Buchenwald nach ihrer Befreiung geleistet hatten, lautete in seiner zentralen Passage: „Die Vernichtung des Faschismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.“ Von diesem Ziel sind wir heute weiter entfernt als jemals seit 1945.

Auch wenn wir der Meinung sind, dass es schon lange überfällig ist, den 8. Mai zum gesetzlichen Feiertag zu erklären: Der 8. Mai ist für uns kein Tag hohler Rhetorik und zum Schulterklopfen besteht kein Anlass. Er ist heute mehr denn je ein Kampftag gegen Faschismus. Er ist ein Tag, an dem wir uns an das Erbe all derer verpflichtet erinnern, die im Kampf gegen die Nazibarbarei ihr Leben gelassen haben. Dieser Kampf ist noch lange nicht beendet.

Für uns gilt weiterhin: Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!

Langtexte kommen meist von den VeranstalterInnen. Das Sozialforum ist hier nur Bote.