"Israel / Palästina: Was geschieht in den besetzten palästinensischen Gebieten?" mit Jeff Halper

    internationales  politik  vortrag 

    Montag, 09.03.2015
    19.30 Uhr
    [M]Volkshochschule, Bergheimer Str. 76

    Zur Person von Jeff Halper und dem Israelischen Komitee gegen Hauszerstörungen

    Jeff Halper war Professor für Anthropologie an den Universitäten von Haifa und Beerscheba. Als Gegner des Vietnamkrieges der USA war er 1973 nach Israel ausgewandert.

    Er hat immer die Ausschließlichkeitsansprüche von Juden auf das Land, die zur Vertreibung von Palästinensern und zur israelischen Besatzung geführt haben, zurückgewiesen.

    Als israelischer Staatsbürger hat er sich während seines Militärdienstes geweigert, Waffen zu tragen, und er weigerte sich, in den besetzten Gebieten Militärdienst zu verrichten. Zwei seiner Kinder waren als Kriegsdienstverweigerer im Gefängnis. 2009 erhielt Jeff Halper zusammen mit Luís Flávio Cappio den "KantWeltbürgerpreis" der Freiburger Kantstiftung für sein mutiges Eintreten für politisch und sozial marginalisierte Bevölkerungsgruppen.

    Jeff Halper hat 1997 zusammen mit anderen das "Israelische Komitee gegen Hauszerstörungen" (Israeli Committee Against Home Demolitions = ICAHD) gegründet, das zu den ersten israelischen Friedensgruppen gehört, die mit Palästinensern in den besetzten Gebieten zusammen arbeiten. Das ICAHD ist auch mit anderen israelischen Gruppen wie Bat Shalom ( = Töchter des Friedens), Rabbiner für Menschrechte, Gush Shalom ( = Friedensblock) und dem Alternativen Informationszentrum aktiv.

    ICAHD widersetzt sich der Zerstörung palästinensischer Häuser. Jeff Halper praktiziert selbst aktiv gewaltfreien Widerstand, indem er sich vor Planierraupen setzt, israelischen Soldaten Widerstand leistet und sich festnehmen lässt.

    Das ICAHD baut zusammen mit Israelis, Palästinensern und Internationalen zerstörte Häuser wieder auf. Durch den Widerstand gegen die israelische Politik der Hauszerstörungen deckt ICAHD das Unrecht der Besatzung auf .

    Für das ICAHD ist es klar, dass es Versöhnung nur durch Wiederherstellung von Gerechtigkeit geben kann - eine Gerechtigkeit, die durch direkte gewaltfreie Aktionen und durch das Festhalten an Menschenrechten herbeigeführt werden muss. J. Halper ist regelmäßig im Ausland, um die Öffentlichkeit zu informieren. Nach dem Vorbild des Israelischen Komitees gegen Hauszerstörungen wurden auch in Großbritannien und Deutschland ICADH-Gruppen gebildet.

    Veranstalter:
    Palästina/Nahost-Initiative Heidelberg, Heidelberger Friedensratschlag, Kant Stiftung Freiburg, Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen -- LV Baden-Württemberg e.V.,

    Langtexte kommen meist von den VeranstalterInnen. Das Sozialforum ist hier nur Bote.