Aktionstage - gesellschaft macht geschlecht: Workshop "Ich unterscheide - also bin ich: Selbstverortung als ein Akt von Freiheit und Verantwortung"

    bildung  uni  vortrag 

    Donnerstag, 11.12.2014
    18.00 Uhr
    Pädagogische Hochschule Heidelberg, Keplerstraße 87, Raum 219

    Veranstaltet von Heidelberger Initiative >Identität & Geschlechtlichkeit<

    Ein Vortrag mit Übungen /Workshopanteilen und Gespräch

    Wer oder was bin ich - im gesellschaftlichen Geflecht der Geschlechter (Gender und Sex, Sex und Gender)? Entscheide ich das? Bin ich dem ausgeliefert? Wie entscheide ich das? Auf welcher Grundlage? Wir (wer auch immer „wir“ ist) durchkreuzen sie, hinterfragen sie, suchen uns darin neu, schaffen uns neu. Wir stellen diese oder jene Grundlage von Entscheidung und Unterscheidung in Frage und schaffen neue Entscheidungskriterien, Unterscheidungskriterien. Dann gibt es zuweilen ein Unwohlsein mit diesen oder jenen Unterscheidungskriterien und wir streiten über die Legitimität unserer Kriterien (wobei diese Formulierung als Perspektive schon das Potential einer gewissen Entspannung beinhaltet, wenn auch keine Lösung).

    Ein Lösungsversuch aus dem immer wieder auch existentiellen Streit scheint dann das unhintergehbare „Selbst“ zu bringen:

    Selbstbestimmung

    Selbstdefinition

    Selbstverortung.

    Aber das Selbst rettet nicht. Es ist nicht und es macht nicht sicher. Und es ist nicht unhintergehbar. Das Selbst kann selbst als eine Momentaufnahme in einem Prozess von wechselseitiger Bedingtheit und Interaktion gesehen werden ... mit gesellschaftlichen Gegebenheiten und Zwängen, aber auch Freiheiten (hier zu sein ist eine und das auch ein gesellschaftlicher Fakt). Auch die Selbstverortung („ich bin…“) beruht auf einem Akt der Entscheidung und der Unterscheidung („ich bin nicht…“). In unseren Selbstverortungen stecken auch Aussagen über „die Welt (der Geschlechter*)“, ja mehr: wir kreieren sie dadurch auch. Jedes „Ich bin …“ schafft eine Welt, die über die darin liegende Unterscheidung (diesseits, jenseits, nach welchen Unterscheidungskriterien und warum das alles) entsteht. Dies als Akt von Freiheit und Verantwortung zu sehen und zu fühlen, ist meine Einladung.

    Dr. Tanja Rode, Diplom-Politologin, Supervisorin (DGSv) Supervision (DGSv) * Beratung * Psychotherapie (HPG) * Fortbildungen * Vorträge * Moderation * Coaching wissenschaftlicher Arbeiten * lehrende Supervision tanja-rode.de

    Langtexte kommen meist von den VeranstalterInnen. Das Sozialforum ist hier nur Bote.