Workshop der KOP Berlin und Filmführung mit Gespräch mit dem Filmemacher: ID-WITHOUTCOLORS

    antira  uni 

    Freitag, 28.06.2013
    17.30 Uhr
    Veranstaltungsraum im Interkulturellen Zentrum, Landfried-Komplex Alte Eppelheimer Straße 50 / Bergheimer Straße 147 4. Obergeschoss, Raum: 437

    Die Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt (KOP) kämpft an der Seite der Betroffenen auf juristischer, politischer und medialer Ebene für das Sichtbarmachen des scheinbar Unsichtbaren: struktureller Rassismus innerhalb der Polizei. Der Apparat verfügt aufgrund seiner Rolle als Exekutivorgan nicht nur ein Gewaltmonopol über einen beinahe unbegrenzten Zugriff zur Macht, was massive Folgen für Betroffene hat.

    Menschen, die durch rassistische Stereotype im polizeilichen Interesse stehen, erleben die immer gleichen Szenarien: unbegründete Passkontrollen, Aggressionen der BeamtInnen, rassistische Beschimpfungen und Beleidigungen, gewaltsame Festnahmen und Misshandlungen sowie anschließende Anzeigen wegen Beleidigung und/oder Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte. Rassistische Polizeigewalt ist jedoch kein bedauerlicher Einzelfall, sondern für die Betroffenen oft traurige Gewohnheit. Aktivist_innen von KOP werden in diesem Workshop die Problematik darstellen, die Kampagne und ihre Arbeit vorstellen sowie Raum für Fragen und Diskussion bieten.

    Film und Diskussion mit dem Regisseur Riccardo Valsecchi: ID-WITHOUTCOLORS

    Am 27. Februar 2012 entschied das Verwaltungsgericht Koblenz, dass die Bundespolizei Zugreisende auf bestimmten Strecken ohne konkreten Verdacht kontrollieren und nach ihrer Hautfarbe auswählen darf. Das Urteil sorgte für bundesweite Aufmerksamkeit und löste eine längst überfällige Debatte über Racial Profiling in Deutschland aus.

    Auch in Berlin gehört Racial Profiling zur Tagesordnung. Aus aller Welt kommen Menschen in die deutsche Hauptstadt, um die künstlerische und kulturelle Atmosphäre der Stadt zu genießen. „Berlin ist multikulti“ ist das Image, das sich die Hauptstadt auf die Fahne geschrieben hat. Die Realität ist komplizierter.

    Seit 2002 wurden in einer berlinweiten Chronik über 150 Fälle rassistischer Polizeigewalt von der Berliner Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt (KOP) dokumentiert.

    Vortrag im Rahmen des festival contre le racisme: http://www.fsk.uni-heidelberg.de/referate-arbeitskreise/antidiskriminierung/festival-contre-le-racisme-2013/programm-2013.html

    Langtexte kommen meist von den VeranstalterInnen. Das Sozialforum ist hier nur Bote.