Georg Lukács und die Ohnmacht der Arbeiterklasse

    antifa  bildung  geschichte 

    Freitag, 31.05.2013
    19.30 Uhr
    [M]Cafe Gegendruck, Fischergasse 2

    Dass "die Weltrevolution um die Ecke ist", so Leo Löwenthal, blieb nicht nur für viele Linke in den Jahren nach der Oktoberrevolution gewiss. Auch für Georg Lukács. Warum sich allerdings das "Tempo der Entwicklung der Revolution" verlangsamt hatte und wie diese Erkenntnis mit der "Erkenntnis von Gesellschaft und Geschichte" zusammenhing, diese Frage wolle Lukács beantworten. Vor dem Hintergrund von "Krieg, Krise und Revolution" schrieb er acht Aufsätze, die damals einen der radikalsten Versuche bedeuteten, das Revolutionäre an Marx durch Weiterführung der Hegelschen Dialektik wieder aktuell zu machen. Als sie 1934 unter dem Titel "Geschichte und Klassenbewusstsein" erschien, war kaum vorauszusehen welche Bedeutung diesem Band vergönnt sein sollte. Der wichtigste Essay über "Die Verdinglichung und das Bewußtsein des Proletariats" orientierte sich an Marx' Kritik des Fetischcharakters der Ware und sollte begründen, warum das Proletariat sich als revolutionäres Subjekt konstituieren müsse. Dem Materialismus, wie ihn Max Horkheimer bestimmte, blieb es überlassen zu fragen, wie die Aktualität der Revolution mit der Erfahrung ihres Scheiterns zusammen hing, wie die Entwicklung in der Sowjetunion zu beurteilen sei und warum sich das Proletariat nicht als Subjekt-Objekt der Geschichte konstituieren wollte, wie es Lukács Theorie darlegte.

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