Politischer Film im April: "McLibel -- Two worlds collide", UK 1997

    unimut 

    Freitag, 02.04.2004
    20.00 Uhr
    Cafe Gegendruck, Fischergasse 2
    1986 schrieben Helen Steel und Dave Morris aus London ein

    Flugblatt, in dem die Geschäftsmethoden von McDonald's dargestellt wurden: McJobs aus dem liberalen und gewerkschaftsfreien Paradies, Umbau von Trikontgesellschaften auf Produktion für den Export, Zerstörung der Lebensgrundlagen der Landbevölkerung eingeschlossen, Massentierhaltung, Müllflut, Vergiftung der KundInnen -- die Liste war lang und wenig schmeichelhaft.

    McDonald's reagierte und drohte mit einer Verleumdungsklage. Dies wirkte normalerweise und hatte schon die ehrenwerte BBC in die Knie gezwungen. Morris und Steel hingegen ließen es drauf ankommen und riskierten den Prozess: Ein Arbeitsloser und eine Teilzeitarbeiterin gegen ein Dow-Jones-Schwergewicht, eine David-und-Goliath-Situation nach dem Geschmack der Öffentlichkeit.

    Das Ergebnis war ein "epic public relations desaster" (Naomi Klein) für McDonald's, als ein Vorwurf nach dem anderen vor Gericht belegt wurde. Zwar fand der Richter schließlich, dass etliche der Anschuldigungen nicht ausreichend belegt waren und verurteilte Steel und Morris wegen Verleumndung, doch gab selbst er ihnen in vielen Punkten Recht, und auch die anderen Punkte hatten es an die Öffentlichkeit geschafft, um so mehr als die Vertreter des Konzerns teilweise unglaublich dumme Statements abgaben ("Unsere Verpackungen sind ein Segen, denn sonst hätte man überall im Land leere Kiesgruben").

    "McLibel: Two Worlds Collide" folgt dem Prozess über drei Jahre. Über die Problematik von McDonald's hinaus mag der Film auch wertvolle Einsichten zu den Möglichkeiten und Grenzen von Gerichten als Foren politischer Arbeit vermitteln.

    2.4.2004, 20.00, Gegendruck, Fischergasse 2: "McLibel: Two Worlds Collide", 50 Minuten OoU, UK 1997

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