19.00 Uhr Interkulturelles Zentrum Raum 412, Gebäude C, Bergheimer Straße 147, 69115 Heidelberg
Der Vortrag zeichnet diese frühen Ideen und Bewegungen nach und fragt nach ihren Verbindungen zu heutigen Debatten über „toxische Männlichkeit“. Dabei wird auch kritisch beleuchtet, dass viele dieser Ansätze von einem strikten Gegensatz zwischen Männern und Frauen ausgingen. Dies konnte sowohl stereotype Vorstellungen über Männer fördern – etwa die Annahme, Männer seien "beratungsresistente Gesundheitsidioten" – als auch Ausgrenzungen und transfeindliche Reaktionen begünstigen, wie sie der kleine Männergesundheitsbewegung im 20. Jahrhundert immer wieder entgegengebracht wurde – auch von Teilen der Frauenbewegung.
Der Veranstaltungsort ist mit dem Rollstuhl erreichbar und es gibt eine rollstuhlgerechte Toilette.
18.00 Uhr Großer Rathaussaal (Marktplatz 10)
Frieda Daniels ist 93 Jahre alt, Hochseil-Artistin und Sintezza. Ihr Vater hatte eine eigene Truppe, in der auch die Kinder mitwirkten. „Hamburg war unser fester Wohnsitz, während der Saison aber reisten wir durch ganz Deutschland und zeigten unsere Kunst“, erzählt sie. Als Angehörige der Minderheit aber wurden Frieda Daniels und ihre Familie von den Nationalsozialisten verfolgt. Aufgrund des Festsetzungserlasses vom 17. Oktober 1939 – eine vorbereitende Maßnahme zur Deportation – durften sie die Stadt nicht mehr verlassen. Wie es den Eltern und ihren zehn Kindern dennoch gelang, zu überleben, berichtet die hochbetagte Dame am Donnerstag, 9. Juli, um 18 Uhr im Großen Rathaussaal am Marktplatz 10.
Der Eintritt zu der Veranstaltung, zu der das Dokumentations- und Kulturzentrum, die Forschungsstelle Antiziganismus der Universität und die Stadt Heidelberg einladen, ist frei.
„Wir freuen uns sehr, dass Frieda Daniels bei ihrem Besuch in Deutschland auch hier in Heidelberg Station macht. Die Beschäftigung mit dem Völkermord an den Sinti und Roma und auch die Auseinandersetzung mit der leider wieder wachsenden Ausgrenzung der Minderheit haben in unserer Stadt einen festen Platz. Das belegen das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma ebenso wie die Forschungsstelle Antiziganismus an der Universität, die hier ihrer wichtigen Arbeit nachgehen“, so Stefanie Jansen, Bürgermeisterin für Soziales, Bildung, Familie und Chancengleichheit, die Frieda Daniels im Rathaus begrüßen wird.
„Von besonderer Bedeutung sind dabei die Gespräche mit Zeitzeugen. Ihre Erinnerungen mahnen uns, wohin Hass und Ausgrenzung führen können, sie machen Geschichte greifbarer und helfen uns, die menschlichen Folgen der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft besser zu verstehen. Deshalb hoffe ich, dass gerade auch junge Leute sowie viele Bürgerinnen und Bürger die Chance nutzen, mit der Holocaust-Überlebenden Frieda Daniels in den Austausch zu kommen“, betont die Bürgermeisterin.
Die 93-Jährige lebt seit Jahrzehnten in Kalifornien und kommt für kurze Zeit in ihre alte Heimat. Besonders gespannt ist sie auf ihren Besuch in Heidelberg. Nach dem Zweiten Weltkrieg hat ihr Vater Johann Lemoine wieder eine eigene Artistentruppe aufgebaut, in der auch Frieda Daniels auf dem Hochseil die Zuschauerinnen und Zuschauer fasziniert hat. Und die „Hochseil- und Varieté-Schau“ ihrer Familie hat dabei auch in Heidelberg ein Gastspiel gegeben.
/Die Veranstaltung ist eine Kooperation des Dokumentations- und Kulturzentrums mit der Forschungsstelle Antiziganismus der Universität sowie der Stadt Heidelberg und wird finanziert von der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) sowie dem Bundesprogramm „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ).
14.00 Uhr uniweit
Die Universität lädt ein zum Besuch ihrer vielfältigen Sammlungen:
"Die Universität Heidelberg verfügt über mehr als 40 Museen und Sammlungen aus nahezu allen Disziplinen. Präparate, Instrumente, Modelle, Kunstwerke, Handschriften und Alltagsgegenstände erzählen von wissenschaftlicher Neugier, von Forschung, Lehre und Erkenntnis – und machen die Vielfalt der Universität auf besondere Weise sichtbar.
Mit heiCOLLECTIONS treten diese Museen und Sammlungen nun unter einem gemeinsamen Namen zusammen. Zum Auftakt laden wir Sie herzlich ein, die Sammlungen der Universität neu zu entdecken.
Am Freitag, 17. Juli 2026, erwartet Sie ein vielseitiges Programm in den Museen und Sammlungen der Universität: mit Führungen, Gesprächen, Einblicken hinter die Kulissen und digitalen Erkundungen im Stadtraum. Ein besonderes Highlight ist die Wiedereröffnung der Ägyptischen Sammlung und der Uruk-Warka-Sammlung am Heidelberg Center for Cultural Heritage, die ab 14 Uhr ihre Türen öffnen.
Das vollständige Programm und Informationen zur Anmeldung finden Sie hier: https://www.heicollections.uni-heidelberg.de/de/transfer/tag-der-offenen-tueren
Bitte beachten Sie, dass teilweise die Teilnehmerzahlen begrenzt sind. Dafür bitten wir um Anmeldung bis zum 15. Juli 2026.
Zum feierlichen Auftakt von heiCOLLECTIONS lädt die Rektorin der Universität Heidelberg um 16:00 Uhr in die Alte Aula ein.
Für den Festakt bitten wir bis zum 13. Juli 2026 um eine Anmeldung unter:
veranstaltungen@rektorat.uni-heidelberg.de
Wir freuen uns, wenn Sie diesen besonderen Tag mit uns begehen und die Museen und Sammlungen der Universität Heidelberg in ihrer Vielfalt feiern.