…vor 90 Jahren – 4.2.1936:
In der Londoner Times ruft der Bischof von Durham in einem Leserbrief dazu auf, nicht an den 550-Jahr-Feiern der Uni Heidelberg teilzunehmen, da gerade Heidelberg an der Spitze der Vertreibungen jüdischer Professoren in den letzten drei Jahren gestanden habe. Schon im Januar hatte die Universität Einladungsschreiben versandt (vgl. auch 8.1.1936).
…vor 31 Jahren – 4.2.1995:
Im österreichischen Oberwart tötet eine Rohrbombe Karl und Erwin Horvath, Peter Sarközi und Josef Simon. Die vier hatten versucht, ein Schild mit der Aufschrift „Roma zurück nach Indien“ zu entfernen und dabei die Sprengfalle ausgelöst. Urheber des Anschlags ist der Rechtsterrorist Franz Fuchs (vgl. 1.10.1997).
…vor 41 Jahren – 4.2.1985:
Die Deutsche Gesellschaft für Wiederaufbereitung von Kernbrennstoffen (DWK) gibt bekannt, in Wackersdorf in der Oberpfalz eine Wiederaufbereitungsanlage für Kernbrennstäbe errichten zu wollen. Damit beginnt eine der härtesten Auseinandersetzungen um eine Nuklearanlage in der Geschichte der BRD, die erst mit dem Tod des WAA-Promotors Franz Josef Strauß zu Ende geht.
…vor 96 Jahren – 4.2.1930:
In der „Harmonie“ in Heidelberg soll Carlo Mierendorff (vgl. 10.4.1923) auf Einladung der sozialistischen Studentengruppe einen Vortrag zum Thema „Nationalsozialismus oder Sozialismus?“ halten. Es kommen rund 500 Personen, rund zur Hälfte Nazis. Nach einer Saalschlägerei ziehen sich die republikanisch gesinnten BesucherInnen ins Gewerkschaftshaus zurück, wo Mierendorff über „die Partei [SPD, d.R.] und den Studenten in der Partei“ (Volkszeitung, Heidelberg, 5.2.1930) spricht.
…vor 108 Jahren – 4.2.1918:
Heidelberger Bürger treffen sich im Vereinslokal des Kaufmännischen Vereins (Hauptstraße 77) unter Führung von Christian Stock (AOK) und planen die Gründung einer Baugenossenschaft mit dem Ziel, einen neuen Stadtteil zu gründen.
…vor 288 Jahren – 4.2.1738:
Josef Süß Oppenheimer, der Heidelberger, dessen Zerrbild in Jud Süß gezeichnet wird, wird in Stuttgart hingerichtet
Wir sammeln Jahrestage entweder mit Bezug auf Heidelberg oder von generellem Interesse für linksorientierte Menschen. Rohdateien pflegen wir in einem subversion Repository getrennt nach Themen (d.h., wer will, kann den Heidelberg-Kram auch ignorieren und nur die linken Sachen haben). Wir freuen uns, wenn Menschen mitsammeln wollen und geben dazu gerne Schreibrechte.