…vor 8 Jahren – 3.5.2018:
In Ellwangen überfallen um 5 Uhr morgens rund 500 Polizeibeamte eine Unterkunft von Geflüchteten, demolieren 40 (unverschlossene) Türen und misshandeln zahlreiche Geflüchtete durch Schläge und Fesselung; Vorwand war eine gewaltfreie Behinderung der Abschiebung eines Mitbewohners drei Tage zuvor. Der grüne Ministerpräsident Kretschmann fabuliert von „Angriffen auf Polizisten“, CDU-Innenminister Strobl von einem „hoch aggressiven Mob“. Beide werden damit in der Presse breit rezipiert. Die Sicht der Geflüchteten und auch der Kollaps dieser Erzählungen, spätestens mit einem Urteil des VG Stuttgart vom 18.2.2021, finden wenig Aufmerksamkeit.
…vor 46 Jahren – 3.5.1980:
Während in Gorleben 5000 Menschen auf dem Gelände der Tiefbohrstelle 3 des geplanten nuklearen Endlagers ein Hüttendorf errichten („Freie Republik Wendland“), bauen Gegner_innen der Startbahn West in Frankfurt auf dem ins Auge gefassten Baugelände im Flörsheimer Wald eine erste Hütte.
…vor 49 Jahren – 3.5.1977:
Festnahme des RAF-Mitglieds Günther Sonnenberg. Ein Polizist schießt in seinen Hinterkopf. Sonneberg überlebt schwer verletzt, leidet aber unter schwerwiegenden Nachwirkungen. Er bleibt dennoch bis 1992 in Haft.
…vor 81 Jahren – 3.5.1945:
Wilhelm Stuckart übernimmt kommissarisch das Reichsinnenministerium. Zuvor hatte er bei der Wannseekonferenz für den industriellen Massenmord an JüdInnen gestimmt (vgl. 20.1.1942). 1950 stufen ihn deutsche Behörden als Mitläufer ein. Nur ein tödlicher Verkehrsunfall 1953 kann seine Nachkriegskarriere als Geschäftsführer des Instituts zur Förderung der niedersächsischen Wirtschaft stoppen.
…vor 83 Jahren – 3.5.1943:
Der Pianist Karlrobert Kreiten sollte in der Aula der Heidelberger Universität ein Konzert geben. Am Morgen verhaftet ihn die Gestapo in seinem Hotel. Am 3. September 1943 wird er wegen Feindbegünstigung und Wehrkraftzersetzung vom Volksgerichtshof in Berlin zum Tode verurteilt. Am 7. September 1943 wird er in Berlin-Plötzensee gehängt.
Wir sammeln Jahrestage entweder mit Bezug auf Heidelberg oder von generellem Interesse für linksorientierte Menschen. Rohdateien pflegen wir in einem subversion Repository getrennt nach Themen (d.h., wer will, kann den Heidelberg-Kram auch ignorieren und nur die linken Sachen haben). Wir freuen uns, wenn Menschen mitsammeln wollen und geben dazu gerne Schreibrechte.