Samstag, 18.04.2026 11.00 Uhr
End Cement Camp, Park an der Uferstraße Neuenheim
11:00-12:30h ZEMENT, WACHSTUM, GREENWASHING - KLIMASTRATEGIEN IM REALITÄTSCHECK Interaktiver Vortrag mit Dr. Rosalie Arendt
Die Zementindustrie gehört zu den größten CO₂-Verursachern weltweit und setzt trotzdem weiter auf Wachstum. In diesem interaktiven Vortrag nehmen wir die Klimastrategie von Heidelberg Materials auseinander und fragen: Ist das ernsthafter Klimaschutz oder gut verpacktes Greenwashing? Wir analysieren, wie die Branche am Prinzip „bauen, bauen, bauen“ festhält und damit den steigenden Zementverbrauch weiter antreibt. Gleichzeitig spielt sie eine zentrale Rolle in einem politischen Narrativ: Zement wird als Beispiel für „unvermeidbare Restemissionen“ dargestellt und dient so als Schlüsselargument zur Legitimation von Carbon Capture and Storage (CCS). Statt echter Transformation setzen sowohl die Industrie als auch die Dekarbonisierungsstrategien der EU auf genau diese technologischen Scheinlösungen: Ansätze, die den fossilen Status quo stabilisieren, anstatt ihn zu überwinden. Im Zentrum steht ein kritischer Deep Dive in die norwegische Brevik-Anlage und das Projekt Northern Lights. Gemeinsam gehen wir zentralen Fragen nach: Wer profitiert davon? Warum fließen Milliarden in diese Projekte? Weshalb arbeitet die Zementindustrie eng mit der Öl- und Gasindustrie zusammen? Und welche Rolle spielt der norwegische Staat? Dabei wird deutlich: CCS ist kein Klimaretter, sondern Teil des Problems. • Die Brevik-Anlage reduziert nur etwa 50 % der Emissionen und trotzdem wird der Zement teilweise als „nahezu klimaneutral“ vermarktet. • Über Massenbilanz-Ansätze wird „grüner“ Zement verkauft, während real weiterhin Emissionen entstehen. • Um die globale Zementindustrie zu dekarbonisieren, bräuchte es rund 3.500 Anlagen wie Brevik: ein völlig unrealistisches Szenario. • CCS ist ein hochkomplexes System aus chemischen Anlagen, Transportinfrastruktur (Schiffe, Pipelines), Speichern und Injektionsbohrungen mit langen Planungs- und Umsetzungszeiten. Gemeinsam entlarven wir die Narrative der Industrie, machen die politischen und wirtschaftlichen Interessen dahinter sichtbar und diskutieren, warum diese Strategie keine echte Antwort auf die Klimakrise ist. Der interaktive Vortrag lädt dazu ein, kritisch hinzuschauen, Widersprüche offenzulegen und über echte Alternativen nachzudenken, jenseits von Wachstum, fossilen Abhängigkeiten und falschen Versprechen.
Langtexte kommen meist von den VeranstalterInnen. Das Sozialforum ist hier nur Bote.