Paecon

AK Postautistische Ökonomie (paecon)

Unsere Motivation, tätig zu
werden, ist bei einem Blick in die tägliche Presse schnell gefunden: ob Hunger,
Finanzmarktkrise, Klimazerstörung, Managergehälter, Mindestlöhne oder
Arbeitslosigkeit - die (ökonomischen) Probleme unserer Zeit sind vielfältig und
komplex. Die Antworten von privaten Forschungsinstituten, dem
Sachverständigenrat für Wirtschaft und der Presse hingegen sind meist
eindimensional. Ein wichtiger Grund hierfür ist, dass die Mehrheit der dahinter
liegenden theoretischen Konzepte realitätsfern ist und meist ein und derselben
Denkschule entspringt. Scharen junger NachwuchsökonomInnen bekommen in Ihrer
Ausbildung meist nur dieses eine Denkmuster – die neoklassische Modellökonomik
– vermittelt. Die Lösung realer gesellschaftlicher Probleme rückt dabei zu
Gunsten mathematischer Zahlenspiele in den Hintergrund.

Unser Ziel ist es, die Vielfalt
ökonomischer Theorien sichtbar zu machen, die Lösung realer Probleme in den
Vordergrund zu stellen sowie Selbstkritik und Offenheit zu fördern. Hierfür
möchten wir Studierenden der Politischen Ökonomik die Möglichkeit geben,
Theorien und Themen kennenzulernen, die im Studium kaum oder nur am Rande
behandelt werden. Im Selbststudium oder durch Einladung kompetenter
ReferentInnen wollen wir diesem Ziel näher kommen. Gleichzeitig wollen wir versuchen
am Alfred-Weber-Institut für Wirtschaftswissenschaften ein Klima des Dialoges
und der Selbstreflektion zu schaffen. Mit der wöchentlichen Treffen sowie durch öffentliche Vorträge
wollen wir diesem Anspruch gerecht werden. Wir verstehen uns explizit als interdisziplinär! Studierende aller Fachrichtungen sind herzlich willkommen....

Termin für wöchentliche Treffen: noch unklar für das WS 09/10

 

Internet: www.paecon.de

 

VORTRAG: Jenseits der "Krisenökonomie" – Vorsorgendes Wirtschaften als Alternative

Zeit: 
14.12.2009 - 19:00

Referentin: Prof. Dr. Adelheid Biesecker

Montag, 14. Dezember 2009, 19.00
Raum 00.028, Campus Bergheim

Adelheid Biesecker war bis 2004 Professorin für Ökonomische Theorie an der Universität Bremen. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind: Geschichte ökonomischer Theoriebildung, Mikroökonomie aus sozial-ökologischer Perspektive, Ökologische Ökonomie und Feministische Ökonomie.

Die vielfältigen aktuellen Krisen machen deutlich: Unsere gegenwärtige Wirtschaftsweise ist nicht zukunftsfähig. Sollen auch zukünftige Generationen die Möglichkeit haben, ein gutes Leben auf unserem Planeten zu führen, so gilt es, das Ökonomische "neu zu erfinden". Das geschieht im Konzept "Vorsorgendes Wirtschaften". Im Vortrag sollen dieses Konzept erläutert und Ansatzpunkte für die praktische Gestaltung einer Vorsorgenden Wirtschaftsweise aufgezeigt werden.

VORTRAG: Wachstum als Statistik-Phantom – ein Vorschlag für einen neuen Nationalen Wohlfahrtsindex

Zeit: 
10.12.2009 - 19:00

Referent: Prof. Dr. Hans Diefenbacher

Donnerstag, 10. Dezember 2009, 19.00
Raum 00.028, Campus Bergheim

Die einseitige Konzentration von Politik, Medien und Öffentlichkeit auf die Wachstumsraten des Bruttoinlandsprodukts ist mit verantwortlich für eine höchst problematische Ausrichtung der Wirtschaftspolitik, die die Ökonomie vom Leitbild einer nachhaltigen Entwicklung entfernt. Im Vortrag wird der in Zusammenarbeit mit der Forschungsstelle Umweltpolitik der FU Berlin entwickelte neue Nationale Wohlfahrtsindex vorgestellt und an der Debatte um die Wohlfahrtsmessung gezeigt, welchen weit reichenden Einfluss statistische Messkonzepte auf das Verständnis von Wachstum und Wohlfahrt haben können.

VORTRAG: Finanzkrise als Krise des Kapitalismus?

Zeit: 
23.11.2009 - 20:00

Referent: Dr. Fabien Tarrit

Montag 23. November 2009, 20.00
Raum 00.028, Campus Bergheim

Die Vortragssprache ist Französisch, für eine Simultanübersetzung ist gesorgt

Mit Unterstützung des Büros für Hochschul- und Forschungskooperation vom Service Culturel de l'Ambassade de France (BCU)

Fabien Tarrit ist Dozent an der Universität Reims Champagne-Ardennes und Mitglied des Forschungs-instituts OMI (Organisationen, Märkte und Institutionen). Seine Hauptarbeitsgebiete sind die Geschichte des ökonomischen Denkens, Politische Philosophie, Epistemologie, heterodoxe und radikale Ökonomik.
Der Vortrag zielt darauf ab, das komplexe Verhältnis zwischen Finanzmärkten und dem realen Sektor zu beschreiben. Der Finanzsektor ist hierbei ein Auswuchs des realen Sektors, dessen Wachstum seit den frühen 80ern stetig zunahm. Der Referent legt seinen Fokus auf ein doppeltes, sich selbst widersprechendes Phänomen: Während der Finanzsektor zur Akkumulation von Kapital benötigt wird verstärkt er gleichzeitig die Krisenanfälligkeit und gefährdet somit den Kapitalismus selbst.

VORTRAG: Décroissance – Jenseits des Wachstumszwangs moderner Gesellschaften

Zeit: 
12.11.2009 - 19:00

Referent: Prof. Dr. Serge Latouche

Donnerstag, 12. November 2009, 19.00
Hörsaal 5, Neue Universität (Heidelberg)

Die Vortragssprache ist Französisch, für eine Simultanübersetzung ist gesorgt

Mit Unterstützung des Büros für Hochschul- und Forschungskooperation vom Service Culturel de l'Ambassade de France (BCU)

Serge Latouche ist ein französischer Ökonom und Philosoph, Professor em. der Universität Paris-XI (Sceaux) und gilt als einer der Hauptvertreter des Konzepts der Wachstumsrücknahme. Latouche zeigt auf eindrückliche Art und Weise, wie sehr unser alltägliches Leben und Denken vom Wachstumsgedanken gesteuert wird und skizziert die Möglichkeiten einer Gesellschaft, die sich vom Wachstum (und der Ökonomie) als zentralem Erklärungs- und Steuerungselement emanzipiert.